© Pixabay / NennieinszweidreiKennen Sie Herzgespann, Brennende Liebe oder Himmelsleiter? Diese Stauden stammen aus dem traditionellen Bauerngarten, wie er im Oberbergischen über Generationen gepflegt wurde. Robust, blühfreudig und anpassungsfähig bieten sie nicht nur Farbe, sondern auch wertvolle Lebensräume für Insekten – und gewinnen im Klimawandel zunehmend an Bedeutung.
Lebensraum für Insekten: Viele dieser Stauden sind ungefüllt blühend und damit besonders wertvoll für Bestäuber. Arten wie Leonurus cardiaca (Echtes Herzgespann), Lychnis chalcedonica (Brennende Liebe), Polemonium caeruleum (Blaue Himmelsleiter), Symphytum officinale (Echter Beinwell), Aquilegia vulgaris (Akelei), Malva sylvestris (Wilde Malve), Alchemilla vulgaris (Frauenmantel), Geranium sanguineum (Blut-Storchschnabel) bieten über viele Wochen hinweg Nektar und Pollen. Durch ihre gestaffelte Blüte sichern sie die Nahrungsversorgung für Insekten vom Frühjahr bis in den Hochsommer. Früh fliegende Wildbienen profitieren ebenso wie Hummeln und Schmetterlinge später im Jahr.
Anpassung an das Klima: Das Oberbergische ist geprägt von hohen Niederschlägen, zunehmend aber auch von Trockenphasen und Wetterextremen. Die klassischen Bauerngartenstauden sind daran gut angepasst: Tief wurzelnde Arten überstehen Trockenzeiten, dichte Blattmassen schützen den Boden vor Verdunstung, und viele Pflanzen wachsen flexibel in Sonne wie Halbschatten. So tragen sie zur Klimastabilität im Garten bei. So tragen sie dazu bei, Gartenflächen klimaresilienter zu gestalten.
Strukturvielfalt statt Monokultur: Ein Bauerngarten lebt von seiner Vielfalt: Unterschiedliche Wuchshöhen, Blattformen und Blütezeiten schaffen wertvolle Lebensräume. Während Beinwell den Boden schützt, bieten Herzgespann und Brennende Liebe Nahrung in verschiedenen Höhen, ergänzt durch die filigrane Himmelsleiter. Diese Vielfalt an Wildstauden stärkt die ökologische Stabilität des Gartens und macht ihn weniger anfällig für Schädlinge und Wetterextreme.
Dynamischer Garten ohne großen Pflegeaufwand: Viele dieser Stauden erhalten sich ohne großen Eingriff: Sie säen sich selbst aus oder breiten sich über Wurzeln aus. Samen werden teils von Ameisen verbreitet, wodurch sich Pflanzen neue Standorte erschließen. So entwickelt sich ein naturnahes, dynamisches Gleichgewicht, das weniger Eingriff erfordert und sich wechselnden Bedingungen anpasst.
Spezielle Staudengärtnereien & Bezugsquellen: Für hochwertige, heimische oder traditionelle Sorten bzw. Wildstauden sind spezialisierte Staudengärtnereien die beste Adresse. Gute Bezugsquellen sind regionale Staudengärtnereien im Bergischen Land, Initiativen wie die Bergische Gartenarche, die alte Sorten sammeln und weitergeben und Netzwerke wie der NaturGarten e.V.
Auch Pflanzentauschbörsen in der Region sind wertvoll, da hier oft bewährte Gartenpflanzen und Wildstauden weitergegeben werden. Oder besuchen Sie den Garten im Freilichtmuseum Lindlar – dort lässt sich die Vielfalt des Bergischen Naturgartens mit unterschiedlichen Lebensräumen hautnah erleben.
Nützliche Infos zum naturnahen Gärtnern
- Naturgarten e.V.: Der Kräutersaum
- BUND: Naturnahesgärtnern
- NABU: Schritt für Schritt zum Naturgarten
- Tausende Gärten, Tausende Arten
- Bergisches Saatgut für Bergische Vielfalt: Ansaaten mit gebietseigenen Pflanzen



