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Kreissparkasse Köln

Wallefeld

WallefeldAn dieser Stelle zunächst einmal ein Geheimtipp für heiße Sommertage: Gönnen Sie sich einen Nachmittag im Wallefelder Dorfschwimmbad. Es erwartet Sie eine familiäre Atmosphäre in einer vorbildlich geführten Anlage und eine garantierte Erfrischung, die auch einen schweißtreibenden Hitzetag versöhnlich enden lässt. Denn das Becken wird kontinuierlich aus einer unmittelbar benachbarten Bachquelle mit frischem Wasser versorgt. Die Quelle, im Dorf ,,Bonner" genannt, hat in der Tat beste Wasserqualität. Dies bezeugen die dort vorkommenden ,,Quellschnecken" und ,,Alpenstrudelwürmer", die nämlich nur dann existieren können, wenn das Wasser schadstofffrei ist. Wie Messfühler zeigen sie zuverlässigkeit an, wenn etwas nicht stimmen sollte. Schön, dass es solch sauberes Quellwasser mitten im Dorf noch gibt. Da hat man auch Verständnis dafür, dass Quellwasser nun mal kalt ist und das Badewasser daher nicht gerade Thermaltemperaturen erreicht.
Seit über 75 Jahren betreibt der 1896 gegründete Verschönerungsverein das Wallefelder Schwimmbad mit ungeheuerem Engagement. In dieser Form ist das im Bergischen Land einzigartig. Vom Bademeister über den Getränkeverkauf, die Wallefeld2Reinigungskräfte, den Reparaturtrupp bis zum Rasenmähen: Alles wird ehrenamtlich geleistet. Klar, dass man sich über einen guten Sommer mit guten Einnahmen freut. Das gilt auch für die legendäre ,,Pool-Party", die als Abschluss der Badesaison vor allem für junge Leute Kult geworden ist. Wallefeld hat aber noch mehr als das Dorfschwimmbad aufzuweisen. In dem knapp 600 Menschen zählenden, über 850 Jahre alten Örtchen gab es mal eine Brauerei, einen regen Bergbau und bis 1967 auch eine Dorfschule. Die Nähe zu Ründeroth erklärt auch den Ursprung der ,,Ründerother Sparkasse", die sich von 1882 bis 1903 zunächst in Wallefeld befand. Bis 1995 wurden im mondänen ,,Biobad" am Dorfrand von einem Kölner Arzt Heilkuren mit dem Schwerpunkt von Moorbadanwendungen angeboten. Heute hat man dafür im Ort den ev. Kindergarten ,,Erdenkinder", der ,,drinnen und draußen" in großer Kreativität Spiel-, Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten für die Kinder geschaffen hat. Heute hat man aber auch über zwei Dutzend Arbeitsplätze im Dorf, die sich auf Handwerk und Gewerbe aufgliedern. Frische Milch gibt es im landwirtschaftlichen Betrieb am Ortsrand, der auch das Grünland rund um den Ort nutzt.
Auf eine fast 160-jährige Geschichte blickt der Männergesangsverein ,,Liedertafel" zurück, der sich den Leitspruch ,,In Freud und Leid zum Lied bereit" gegeben hat. Inzwischen gibt es auch einen Frauenchor, der die Wallefelder Gesangskultur verstärkt. Der Turnverein Wallefeld ist das sportliche Gesicht des Dorfes. Nach seiner Gründung im Jahr 1912 standen zunächst Geräteturnen, später der Faustball im Vordergrund. Heute ist der Handball das Aushängeschild des TV.
Unter der Führung des Verschönerungsvereins haben die Dorfvereine 1982 eine komfortable Grillhütte errichtet, an der auch viele Besucher bereits schöne gesellige Abende verbracht haben. Gleiches gilt für das Dorfgemeinschaftshaus. 1984 wurde eine Lgerhalle, von einer Firma in Gummersbach nicht mehr benötigt, nach Wallefeld umgesetzt. Bis Herbst 2001 tat dieses Wallefeld1Gebäude bei Familienfeiern, Dorffesten und Karnevalsveranstaltungen gute Dienste. Dann fiel es einem Brand zum Opfer. Aber die Wallefelder warteten nicht lange und schritten erneut zur Tat. In einem beeindruckenden Kraftakt errichteten sie ein schmuckes neues Dorfgemeinschaftshaus mit eigener Hände Arbeit. Mit Boltzplatz, Schwimmbad, Grillhütte und Dorfhaus verfügt der Ort heute über einen hohen Freizeitwert.
Ungewöhnlich gut erhalten und wertvoll ist die Gebäudesubstanz in Wallefeld. Gleich 18 Häuser, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, stehen unter Denkmalschutz. Ein 1992 erarbeitetes Dorfentwicklungskonzept stellt die Bedeutung und Eigenart der liebevoll gepflegten Gebäude heraus. Aber auch die Dorfnatur kann sich sehen lassen: Alte ,,Kaffeetrinkerlinden" weisen an der Straße ,,Auf der Mauer" auf eine ehemalige Gastwirtschaft hin. Ein Dorfteich, viele Hecken, ein Hohlweg und vor allem immer wieder Obstwiesenreste rund um den Ort sind Lebesraum für Pflanzen und Tiere. Zudem gibt es auch noch reizvolle Gärten und Vorgärten, die ein reiches Sprektrum an Sträuchern und Stauden besitzen.
Also, wie wär´s mit einem Besuch im Freibad und anschließend mit einem Spaziergang durch den Ort, oder umgekehrt?
 

Quelle: Gero Karthaus (2008): Ein starkes Stück Heimat - Oberbergische Dörfer