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Engelskirchen kurz und knapp

Engelskirchen Gestern

Wappen AlleDie Orte in der Gemeinde Engelskirchen haben eine lange Geschichte. Ründeroth, bereits 1174 erstmalig urkundlich erwähnt, war „Brückendorf“ an einem alten Handelsweg, der über die Höhenrücken aus dem Bonner Bereich nach Westfalen führte. Die heutige Bundesstraße 55 durch das Aggertal entstand erst Anfang des 19. Jahrhunderts.

Die früheste Erwähnung von Engelskirchen aus dem Jahr 1353 lässt vermuten, dass entweder ein Personenname oder die Krümmung der Agger an dieser Stelle Namenspate war. Jedenfalls ist der Name nicht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Engelskirchen zugezogene Unternehmerfamilie Engels, aus der der weltbekannte Marxist Friedrich Engels stammt, zurückzuführen.

Die ältesten Zeugnisse im Gemeindegebiet sind Ringwälle und Erdburgen auf dem Rausberg bei Engelskirchen und dem Borrberg bei Oesinghausen aus der mittelalterlichen Zeit während der fränkischen und sächsischen Besiedlung. Wesentliche Entwicklungsimpulse erhielten Engelskirchen und Ründeroth durch Handel und Erzbergbau. Es wurden Eisenstein, Bleiglanz und Zinkblende gewonnen und unter Einsatz der Wasserkraft der Agger und der Nebenbäche verarbeitet. Bis Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde in der Gemeinde Bergbau betrieben. Hammerwerke gab es bis Anfang der 1990er Jahre.

1980 wurde im Waldgebiet Heckberg ein Schmelzofen, dessen Alter auf ca. 1000 Jahre geschätzt wird, gefunden. Auch stabförmiges Eisen und Ton, ebenfalls 1000 Jahre alt, wurden ausgegraben. Dies war ein wichtiger Hinweis auf die lange Tradition der Eisenverarbeitung in Engelskirchen. Weitere industriearchäologische Funde erstrecken sich vor allem auf die Räu-me Kastor, Loope und Kaltenbach. Die Ründerother Hütte wurde im Jahr 1470 gegründet.
Schon vorher wurde ein Pochwerk und seit dem 16. Jahrhundert ein Hammer betrieben.

Mitte des 19. Jahrhunderts fasste die Spinnerei- und Webereiindustrie in Engelskirchen und Osberghausen Fuß. Eine der größten Firmen um 1900 im Oberbergischen war die 1837 gegründete Firma Ermen & Engels mit ca. 700 Arbeitsplätzen in ihrer Blütezeit. Sie musste 1978 die Produktion einstellen. In dem ehemaligen Fabrikgebäudekomplex befindet sich heute u. a. das Rathaus.

Die Pfarrkirchen sind alle nach der Jahrtausendwende entstanden und nach ihren ältesten baulichen Teilen frühestens dem 12. und 13. Jahrhundert zuzuordnen. Von historischer Bedeutung sind die alten Adelssitze, vor allem Schloss Ehreshoven, Haus Ley und Haus Alsbach. Die prächtigen Villen und Bürgerhäuser in Ründeroth dokumentieren die wirtschaftliche Blüte und die zentrale Funktion dieses Ortes Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Während Engelskirchen früher zum Herzogtum Berg zählte, war Ründeroth überwiegend Bestandteil der Grafschaft Mark, später der reichsunmittelbaren Herrschaft Schwarzenberg – Gimborn.
Bedeutsam ist die Tatsache, dass die Reformation im Ründerother Raum sehr früh Eingang fand, während Engelskirchen, wie die angrenzenden kölnischen Bezirke, am alten Glauben festhielt.
Schwere Luftangriffe gegen Ende des Zweiten Weltkrieges verwandelten den damals im Wesentlichen aus Fachwerkhäusern bestehenden Ort Engelskirchen in einen Trümmerhaufen. Zu beklagen waren mehr als 300 Tote. Der Wiederaufbau von Engelskirchen erfolgte nach Plänen des Kölner Architekten Riphahn.

1975 wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung die Gemeinde Engelskirchen aus den Altgemeinden Ründeroth und Engelskirchen gebildet.

Engelskirchen Heute

Heute ist die Gemeinde Engelskirchen - im Westen das Tor zum Oberbergischen – eine Gemeinde mit hohem Freizeitwert und hervorragender Infrastruktur.

Der Weg nach Oberberg führt über Engelskirchen, zumindest wenn man sich der „buckligen Welt“ aus westlicher Richtung nähert. Und die Gemeinde Engelskirchen zeigt gleich, was nicht nur sie, sondern was ganz Oberberg zu bieten hat: Eine von Bergen, Wiesen, Wäldern, Flüssen und Bächen geprägte Landschaft mit hohem Freizeitwert.

Gesundheitsdienstleistungen, Maschinenbau, Kunststoffverarbeitung, Eisen-, Blech- und Metallwarenherstellung sowie Stahlverarbeitung bestimmen das gemeindliche Arbeitsplatzangebot. Die Gemeinde hat als weiterführende Schulen eine Gemeinschaftshauptschule, eine Realschule und das Aggertal-Gymnasium. Ein modern eingerichtetes Krankenhaus und die Aggertalklinik als ein überregional anerkanntes Rehabilitationszentrum für Erkrankungen der Bewegungsorgane sind aus dem Gesundheitssektor zu erwähnen.

Touristisch interessant sind die Aggertalhöhle und das Schloss Ehreshoven, das Schmiedemuseum Oelchenshammer in Bickenbach und das LVR-Industriemuseum im Komplex der ehemaligen Firma Ermen & Engels in Engelskirchen.

Die Gemeinde ist an den Großraum Köln sowie an die Kreisstadt Gummersbach und die
oberbergische Region über die Bundesautobahn 4 (Aachen-Köln-Olpe) sowie die B 55 und die Bundesbahnstrecke Köln - Marienheide angebunden. Der Flughafen Köln-Bonn ist ca. 40 km entfernt. Die Flughäfen Düsseldorf und Frankfurt sind ebenfalls in erreichbarer Nähe.

Die verkehrsgünstige Lage einerseits und die landschaftlichen Reize des oberbergischen Landes andererseits bieten in der Nähe zum Ballungsraum Köln/Bonn/Leverkusen interessante Standortalternativen für Wohnen und Arbeiten.

Gemeindegliederung

B

 

D

  • Daxborn
  • Distelhaus
  • Dörrenberg

E

  • Ehreshoven

F

  • Feckelsberg

G

  • Grünscheid

H

  • Hahn
  • Haus Ley
  • Hardt
  • Haus Selbach
  • Hintersteimel
  • Hollenberg
  • Hülsen

K

  • Kaltenbach
  • Kastor

L

  • Loope

M

  • Madonna
  • Miebach
  • Müllensiefen

N

  • Neuhardt
  • Neuremscheid
  • Niederhof

O

  • Obersteeg
  • Oberstaat
  • Oesinghausen
  • Oetterstal
  • Ohl
  • Osberghausen

P

  • Papiermühle

R

S

  • Schnellenbach
  • Staadt
  • Stiefelhagen

T

  • Thal

U

  • Unterbüchel
  • Unterstaat

V

  • Vordersteimel

W

Einwohner

  • 19806 

Stand: 25.01.2012

Wappen

Wappen AlleDie heutige Gemeinde Engelskirchen wurde am 1.1.1975 im Rahmen der kommunalen Neugliederung aus den ehemals selbständigen Gemeinden Engelskirchen und Ründeroth gebildet.

Nebenstehend deshalb zunächt die Wappen, die bis Ende 1974 für die Gemeinde Engelskirchen bzw. für die frühere Gemeinde Ründeroth von Bedeutung waren.

Darunter finden Sie das aktuelle Wappen der Gemeinde Engelskirchen.

 

Wenn Sie weitere Informationen zu den einzelnen Wappen haben möchten, klicken Sie bitte auf eines der abgebildeten Wappen.

 

Wappen Ek         Wappen Alt Ek      Wappen R _

 

Engelskirchener Karneval

Karneval hat hier Tradition

Karneval bedeutet Freude, Humor und Heiterkeit. Vor allem die Karnevalsvereine sind es, die das närrische Süppchen am Brodeln halten. Vom Elften im Elften bis Karnevalsdienstag tragen sie den Frohsinn in die Säle, die Festzelte und auf die Straßen.

RosenmontagDie KG Närrische Oberberger Engelskirchen ist eine der ältesten Karnevalsgesellschaften im Kölner Raum. Ihre Gründung erfolgte im Jahre 1893. Zwar wurde schon vor dieser Zeit Karneval gefeiert, doch wollte man damals „das wilde karnevalistische Treiben“ in geordnete Bahnen lenken. Seit fast 120 Jahren ist Engelskirchen also mit dem Bazillus Karneval infiziert und seitdem zu einer Hochburg des Karnevals geworden. Höhepunkt des närrischen Treibens ist der jährliche Rosenmontagszug mit Prunkwagen, Fußgruppen und zahlreichen Musikkapellen. Auf eine lange Tradition können auch das Tanzcorps „Rot-Weiss“ und der von der Gesellschaft organisierte Kinderkarneval zurück blicken. Die „Pänz“ haben seit 1957 am Karnevalssonntag ihren eigenen Kinderzug und ihr eigenes Kinderprinzenpaar. Jüngster karnevalistischer Spross der KG ist die Schlossgarde Rittmeister von Quadt zu Alsbach. Ihren Namen und den historischen Bezug nimmt die Garde auf den Rittmeister Ludger von Quadt zu Alsbach, der im 30-jährigen Krieg mit seinem Knecht die Schweden aus Engelskirchen vertrieb.
Rkv
In Ründeroth wurde der Karneval erst im Januar 1975 in geordnete
Bahnen gelenkt. Inzwischen sind die Narren aber auch dort fest etabliert und mobilisieren in jedem Jahr die Massen zum „Fastelovend“. Der närrische Lindwurm, der sich großer Beliebtheit erfreut, windet sich bereits am Karnevalssonntag durch den Ort. Den Schluss des Umzuges bildet der Prinzenwa-gen. Wie in Engelskirchen wechselt die Regentschaft häufig zwischen einem Prinzenpaar oder einem Dreigestirn. Organisiert wird der Karneval vom Ründerother Karnevalsverein (RKV). Verstärkung erhalten die Jecken von der Ründerother Torwache, einem Tanzkorps, das aus lauter stattlichen Männern besteht, den „Töchtern Ründeroth´s“ und der neuen Tanzgruppe die „Aggerperlen“.Nicht vergessen werden darf, dass es zahlreiche weitere Karnevals-veranstaltungen von Gruppen, Einrichtungen und Organisationen im Gemeindegebiet gibt.

Burgen und Schlösser

Schloss Ehreshoven








 

Sowohl das Schloss Ehreshoven und die Wasserburg Alsbach sind von einem Wassergraben umgeben.

Christkindpostamt

Christkind 2037In Engelskirchen im „Alten Baumwolllager“ des LVR Industriemuseums, natürlich passend am Engels-Platz gelegen, wohnt das Christkind. Das weiß doch jedes Kind. Deshalb erreichen jedes Jahr Wunschzettel aus aller Welt das eigens zu diesem Zweck eingerichtete Weihnachtspostamt.

Im letzten Jahr feierte das Christkind wieder einen neuen Rekord: 150.000 Zuschriften aus 59 verschiedenen Ländern galt es zu beantworten. Davon waren mehrere sogar aus der Karibik und aus Australien!
Dies kann das Himmlische Wesen nur mit Hilfe der Post-Engel bewältigen, die ihm in jedem Jahr hilfreich zur Seite stehen und dafür sorgen, dass die Antwortbriefe zuverlässig und überall ausgeliefert werden.

1985 tauchten im damaligen Postbetrieb Briefe „An das Christkind“ auf. In Nordrhein-Westfalen wurden diese vereinzelten Briefe mangels einer konkreten Adresse nach Engelskirchen geschickt. Dort saß seinerzeit eine Betriebsleiterin, die diese Briefe öffnete und – weil sie die Kinder nicht enttäuschen wollte – dann auch beantwortete. Aus diesem „mal beantworten“ von einzelnen Briefen sind mittlerweile hunderttausende Wunschbriefe geworden. Damit ist die Weihnachtspostfiliale in Engelskirchen die beliebteste Christkind-Adresse in Deutschland.

Jährlich am 2. Advent zum Engelskirchener Christkindmarkt haben alle großen und kleinen Leute einmal Gelegenheit ihre Wünsche persönlich dem Christkind zu überreichen.
Um die Briefe-Flut zu bewältigen, hat die Deutsche Post dem Christkind eine eigene, Postleitzahl eingerichtet.

Wer auch einen Brief vom Christkind erhalten möchte, schreibt an folgende Adresse:

An das Christkind
51777 Engelskirchen

Ganz wichtig: Bitte den Absender nicht vergessen!