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Wie aus einer Spinnerei ein Rathaus wurde

Karthaus Und Fabritius Im Engelskirchener Rathaus wurde am 03.10.2010 ausnahmsweise auch am Sonntag gearbeitet, denn zum Tag der offenen Tür anlässlich des 25. Jubiläums konnten die Besucher alle Behördengänge erledigen, die auch an den normalen Werktagen abgewickelt werden können.

Die einzelnen Fachbereiche beschäftigten sich an diesem Tag mit verschiedenen Themenschwerpunkten. Bürger konnten ihr Haus als Luftbild sehen, einen Blick auf die Katasterkarte werfen oder Experten zum Thema Dichtheitsprüfung befragen. Im Foyer sorgte unter anderem die Band „Red Martini Jazz and more“ für die musikalische Unterhaltung.

 

Karthaus Plan De CuquesDass man diesen Anlass überhaupt feiern konnte, verdanken die Engelskirchener unter anderem auch dem ehemaligen Bürgermeister Horst Fabritius, der im Rahmen einer Feierstunde von den damaligen Ereignissen berichtete.

1975 gab es auf einmal zwei Rathäuser, nachdem Ründeroth an die Gemeinde Engelskirchen angegliedert worden war. Dieser Zustand war besonders für die Bürger sehr unpraktisch, also sollte ein neues Rathaus her.

Hier fingen dann die Probleme an, zunächst herrschte Uneinigkeit über den Standort der neuen Verwaltung. Nach vielen Gesprächen und mit der tatkräftigen Hilfe des Gemeindedirektors Michael Pieper, dem Fabritius besonders dankte, fiel die Wahl dann doch auf das alte Fabrikgebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei Ermen & Engels. Bis 1978 arbeiteten hier zeitweise bis zu 600 Menschen, nun sollte der Bürgermeister dort einziehen. Dennoch war das Projekt lange sehr umstritten. „Spinnerei in der SpinnPetra Kleeerei hieß es“, berichtete Bürgermeister Dr. Gero Karthaus und eigentlich wollte die Ründerother Wohnungsbaugesellschaft Appartements auf dem Gelände errichten, die alten Mauern sollten weichen. Dazu kam es jedoch nicht, denn das Gebäude wurde unter Denkmalschutz gestellt.

 

Mit Überzeugungsarbeit und Konzepten verstummten die Kritiker nach und nach. Am 15. November 1985 konnte das Modelprojekt dann feierlich eröffnet werden, mit dabei war auch der damalige Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Johannes Rau. „Et iss aber auch wirklich schön jeworden“, gratulierte Rau seiner Zeit.

Rund sieben Millionen D-Mark kostete der Umbau und Fabritius sagt auch 25 Jahre später: „Es war ein Kraftakt“. Der amtierende Bürgermeister ist mit seinem Amtssitz mehr als zufrieden. „Ich bin sehr stolz, einen so herrlichen Arbeitsplatz zu haben, der nicht alltäglich ist“, so Karthaus. Am Beispiel des Rathauses könne man sehen, dass es sich lohnt, für gute Ideen zu kämpfen. Die Verantwortlichen hätten vor 25 Jahren Mut und Weitblick bewiesen. „Dieses Jubiläum sollten wir zum Anlass nehmen, auch in Zukunft, trotz unterschiedlicher Auffassungen und Ansichten, das Gemeinwohl der Menschen in den Vordergrund zu stellen.

Quelle:Oberberg Aktuell

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